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Tips für Taucher
Tauchgangsplanung
Einer der Kernpunkte einer jeden Tauchgangsplanung ist die Analyse des Risikos, das der Tauchgang beinhaltet und damit einhergehend die Frage, welches Risiko man bereit ist einzugehen. Neben den fixen Risiken, die die Tauchumgebung mitbringt sind die von Taucher zu Taucher verschiedenen Variablen zu beachten. Diese setzen sich u.a. zusammen aus:
Erfahrung des Tauchers
Das betrifft zum einen die allgemeine Taucherfahrung, die sich aus Anzahl der Tauchgänge, Ausbildungsstand und den Anforderungen der bevorzugten Tauchgebiete zusammensetzt. Zum zweiten sind eventuelle Besonderheiten, wie zum Beispiel Tauchen ausschließlich im Urlaub, ungewöhnlich hoher Prozentsatz an Tauchgängen oberhalb 10 m usw. mit einzubeziehen.
Sensibilität des Tauchers
Das beinhaltet zum Beispiel die Empfindlichkeit für Tiefenrausch, Kälteempfinden, Ängste im allgemeinen etc. Auch sollte man sich vorher darüber klar werden, welche Belastung man für den Tauchgang auf sich zu nehmen bereit ist- das beginnt mit abnormal langen Anfahrzeiten über etwa ein möglicherweise extrem schaukelndes Boot bis hin zum tragen aufwendiger Spezial- oder Ergänzungsausrüstung. Es ist niemandem zu verübeln, wenn er keine Lust hat zuerst 3 Stunden mit dem Auto anzureisen, weitere 2 Stunden in einer besseren Kuchenform bei Windstärke 6 auf die See hinaus zu fahren, um dann einen Mischgas- Tieftauchgang mit anschließender 90minütiger Dekopause mit 3 verschiedenen Dekogasen durchzuführen- mal ganz abgesehen von dem doppel 12 Liter Flaschenpaket auf dem Rücken und den beiden 10 Liter Stage- Tanks links und rechts am Jackett....... na gut, ist nun etwas extrem geschildert, aber es sollte jetzt jedem klar sein, daß Aufwendungen, die über den Tauchgang hinaus gehen nicht jedermanns Sache sind.

Tagesform
Als letzte Variable werfe ich hier noch das persönliche Wohlbefinden kurz vor dem Tauchgang ins Rennen. Selbst wenn man sich einem Tauchgang normalerweise locker gewachsen fühlt, so kann es doch überraschend zu psychischen oder physischen Einbrüchen kommen, die das vorher als akzeptabel analysierte Risiko ins unermeßliche ansteigen lassen und jeden verantwortungsbewußten Taucher zwingen, vom vorher geschmiedeten Plan- und sei er auch noch so aufwendig- zurückzutreten, im Interesse seiner selbst, seiner Buddys und des Tauchsports im allgemeinen, die Schlagzeilen bezüglich tödlicher Tauchunfälle sind keineswegs geeignet, das Image dieses Sports in der Öffentlichkeit zu fördern!
Jeder Tauchgang beinhaltet ein (Rest-) Risiko, daß es unter den oben genannte Gesichtspunkten zu einzuschätzen gilt. Anhand der eigenen Fähigkeiten kann man dann abwägen, auf was man sich einläßt und darüber klar werden, was man bereit ist sich anzutun- man sollte sich dabei nur tunlichst nicht selbst besch....., eine Vielzahl von Tauchunfällen entsteht aus purer Selbstüberschätzung. Auch dem nachgeben von Gruppendruck folgen nicht selten klassische Tauchunfälle. Das klingt ja in der Theorie nun alles unheimlich gut und wichtig- und was lernen wir daraus?- "man kann doch nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Tauchgang sausen lassen!" "Stimmt, aber um genau diese Kleinigkeiten geht es"- wahrscheinlich passiert eh nichts, das ist so ähnlich wie mit dem Lotto- Spielen, der Hauptgewinn ist unwahrscheinlich und man zieht ihn genau dann, wenn man am allerwenigsten damit rechnet. Darum Leute, sollte man auch Kleinigkeiten mit dem nötigen Ernst betrachten, es erhält einem auf Dauer die Freude am Tauchen und eventuell sogar das Leben!
Vorsicht ist besser als Nachsicht
Tauchen bedeutet, sich mit technischer Ausrüstung in ein für Menschen lebensfeindliches Umfeld zu begeben. Deshalb kann ein gewisses Risiko nicht ausgeschlossen werden: Beim Tauchen kann immer etwas passieren, sogar das Schlimmste. Anderseits beweisen weltweit Millionen Taucher und Taucherinnen, dass der Abstieg in Neptuns Reich so gefährlich nicht ist. Laut Statistik der "Failure Analysis Associates, Inc." ist Tauchen nicht viel gefährlicher als das Leben an sich und die Gefahr, beim Motorradfahrern auf der Straße ums Leben zu kommen, wesentlich wahrscheinlicher.
Voraussetzung für sichere Tauchgänge sind nebst einer guten Ausbildung, Training und Erfahrung insbesondere das Wissen um die Risikofaktoren im Tauchsport: "Gefahr erkannt, Gefahr gebannt" - dieses Motto gilt gerade für Taucher und Taucherinnen.
Tauchen im Urlaub

Für die meisten Sporttaucher und Sporttaucherinnen ist der Urlaub die wichtigste Zeit, ihrem Hobby zu frönen. Ein Großteil der Tauchbegeisterten betreibt ihren Sport (fast) ausschließlich in diesen wenigen Wochen im Jahr. Doch auch für jene, die sich mehr oder weniger regelmäßig in den heimischen Gewässern üben, stellen Tauchferien aufgrund der besonderen, erschwerten Bedingungen ein zusätzliches Sicherheitsrisiko dar:
- Flug: Die erste und letzte körperliche Belastung, die Taucher und Taucherinnen im Urlaub erfahren, sind die An- und Abreise. Die extrem trockene Luft in Flugzeugen führt zu Flüssigkeitsverlust (Dehydration), dickerem Blut und folglich schlechterem Abtransport von Stickstoff aus den Geweben. Das lange, unbewegliche Sitzen in den engen Röhren begünstigt das sogenannte "Touristenklassesyndrom", das zu Schäden der Blutgefäße in den Beinen oder sogar zum Tod führen kann. Hinzu kommen "Jet Lag" und Flugangst, die individuell Körper und Seele belasten. Beim Rückflug schließlich gilt es den in Flugzeugen auf ca. 0,8 bis 0,7 bar reduzierten Luftdruck zu beachten sowie die Gefahr eines plötzlichen Druckverlustes durch eine technische Panne zu bedenken, welche bei nicht komplett stickstoffentsättigten Tauchern und Taucherinnen zur Dekompressionskrankheit führen kann.
- Klima: Meist zieht es Sporttaucher und -taucherinnen in wärmere, tropische Gefilde. Die starke Sonneneinstrahlung, ungewohnte Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit in diesen Gegenden führt zu Flüssigkeitsverlust (Dehydration). Dieser Effekt wird noch begünstigt durch das Atmen von trockener Luft aus Pressluftflaschen. Ein erhöhter Flüssigkeitsverlust kann zu Blutdrucksenkung, Blutstockungen, Krämpfen, Schockzuständen und Bewußtseinstrübungen bzw. -verlusten führen. Beim Tauchen können derartige Zustände lebensbedrohend werden.
- Essen: Die oft ungewohnte Küche in fernen Ländern bringt zusammen mit den belastenden klimatischen Bedingungen unseren Stoffwechsel durcheinander. Einerseits kann dies zu Dehydration führen - insbesondere im Zusammenhang mit See-, Reise- und Durchfallerkrankungen -, anderseits die körperliche Leistungs- und Regenerationsfähigkeit beeinträchtigen.
- Auskühlung: Selbst in gefühlsmäßig warmen Gewässern kühlt der menschliche Körper im Wasser rasch aus - insbesondere, wenn über mehrere Tage bis Wochen täglich mehrmals getaucht wird. Diese Unterkühlung (Hypothermie) vergrößert einerseits die Sättigung des Gewebes mit Stickstoff und verzögert anderseits wegen der geringeren Durchblutung die Stickstoffentsättigung. Deshalb ist insbesondere bei vielen Wiederholungstauchgängen trotz Einhalten von Null- und Dekompressionszeiten ein erhöhtes Risiko für die Taucherkrankheit gegeben.
- Medikamente: (siehe Tipp "Tauchen und Medikamente")
- Erschöpfung: Sporttauchen ist kein Leistungssport. Doch auch wenn die Ausflüge in die Unterwasserwelt entspannt und zur Entspannung durchgeführt werden: Tauchen strengt an! Der Körper muß nicht nur bei jeder Bewegung den Wasserwiderstand und allfällige Strömungen überwinden, sondern auch bei jedem Atemzug die trockene Pressluft mit Wasser(dampf) anreichern und gegen die selbst in 30 Grad warmem Wasser und trotz Kälteschutz stattfindende Auskühlung ankämpfen. Kommen noch schwierige Bedingungen (Klima, Ernährung) hinzu und wird viel getaucht (NON-Limit), kann ein Taucher, eine Taucherin sehr schnell und sogar während eines Tauchgangs in einen problematischen Erschöpfungszustand geraten.
- Non-Limit-Tauchen: Das größte Risiko - insbesondere im Zusammenhang mit den oben beschriebenen Faktoren - ist im Tauchurlaub das sogenannte Non-Limit-Tauchen mit mehreren Tauchgängen pro Tag über den Zeitraum von mehreren Tagen oder Wochen. Einerseits kann die Fähigkeit des Körpers zum Stickstoffabbau beeinträchtigt werden, anderseits reichern sich die Gewebe durch die Wiederholungstauchgänge stark an: Das kann fatal enden. Vergrößert wird dieses Risiko durch große Tauchtiefen und/oder lange Grundzeiten sowie durch blindes Vertrauen in Tauchcomputer. Merke: Kein Deko- und Nullzeitenrechner kann die Entsättigungszeit nach dem dritten Tauchgang korrekt ermitteln, und für vierte und fünfte Tauchgänge gibt es nicht einmal wissenschaftlich fundierte Entsättigungstabellen! Wer das nicht glaubt, sei daran erinnert, daß die Hälfte aller Dekompressionskrankheiten trotz "alles in Ordnung"-Anzeige des Computers eintrafen!!!
- Mangelnde Übung: Wer zwischen den Tauchferien regelmäßig taucht bleibt immer in der Übung. Wer nur ein-, zweimal im Jahr im Urlaub die Flasche umhängt, verlernt schnell - insbesondere die Bedienung der Ausrüstung und das Gefühl für die Tarierung. Defizite in diesen Bereichen können unter Wasser zu Problemchen führen, die zu Problemen werden können.
Tips für einen sicheren Tauchurlaub
Trotz der genannten erschwerten Bedingungen, welche ein Tauchurlaub für Sporttaucher und Sporttaucherinnen mit sich bringen, ist sicheres Tauchen in den Ferien - selbstverständlich - möglich. Dabei gilt es aber folgende Empfehlungen zu beherzigen:
- Akklimatisieren: Geben Sie Ihrem Körper Zeit, sich an die neuen klimatischen Bedingungen zu gewöhnen. Am ersten Ferientag sollte man höchstens einmal ins Wasser, anschließend kann die Zahl täglicher Tauchgänge langsam gesteigert werden.
- Auf Ernährung achten: Essen versorgt den Körper mit der notwendigen Energie fürs Tauchen und Leben. Sorgen Sie sich also um ausreichende, verträgliche und ausgewogene Ernährung - und um Ihre Verdauung. Wer wenig ißt und/oder Durchfall hat, sollte nicht oder wenig tauchen.
- Viel trinken: Ein Erwachsener sollte beispielsweise in den Tropen mindestens 5 Liter Flüssigkeit pro Tag zu sich nehmen, beim Tauchen unter Umständen noch mehr. Kaffee und Alkohol sollten gemieden werden, da diese der Dehydration noch Vorschub leisten. Empfehlenswert sind mit (Mineral-)Wasser verdünnte Fruchtsäfte (nicht eisgekühlt!) und warme Getränke (Tee, aber keinen schwarzen und grünen).
- Immer Kälteschutz tragen: Selbst in 30 Grad warmem Wasser ist eine Neoprenanzug für Sporttaucher Pflicht. Je häufiger getaucht wird, um so dicker sollte der Wärmeschutz sein.
- Vorsicht beim Einsatz von Medikamenten: (siehe Tipp "Tauchen und Medikamente")
- Alle vier Tage (und vor dem Abflug) komplett entsättigen: Non-Limit-Tauchen mit vielen Wiederholungstauchgängen über mehrere Tage oder sogar Wochen kann kein Computer berechnen. Starten Sie deshalb mindestens jede Woche dessen Berechnungen bei Null, indem Sie komplett entsättigen. Meist reicht dafür das Auslassen eines Abends- und eines Morgentauchgangs.
- Nie an der Nullzeitgrenze tauchen: Denken Sie daran, daß die Nullzeit beim Tauchen von wesentlich mehr Faktoren abhängt, als je ein Tauchcomputer berücksichtigen kann. Dies um so mehr beim Non-Limit-Tauchen in warmen Gefilden (Dehydration etc).
- Lange Austauchen im Flachwasserbereich: Beenden Sie alle Tauchgänge mit einer großzügigen Austauchphase im Flachwasser (ca. 5 Meter), damit sich die schnellen Gewebe gut entsättigen können. Meist ist es im Urlaub auf diesen Tiefen sowieso am interessantesten.
- Bei tiefen Tauchgängen nicht mehr als zwei Tauchgänge pro Tag: Ungewohnte klimatische Bedingungen, mehrere Tauchgänge jeden Tag, und einige zudem auch noch tief - das ist ein Risikofaktor zuviel.
- Defensiv, mit Sicherheitsreserven tauchen: Das gilt an sich nicht nur im Urlaub, aber dort speziell. Denken Sie daran, daß in den meisten Gegenden der Welt der Notfall- und medizinische Dienst nicht so gut organisiert und fix ist wie hierzulande. Tauchunfälle, die in Mitteleuropa ohne Spätfolgen behandelt werden, können im Urlaub infolge langen oder langsamen Transporten sowie wegen mangelnder Infrastruktur und fehlendem tauchmedizinischem Wissen tragisch enden!
- In Form bleiben: Übung macht den Meister und die Meisterin. Wer nicht regelmäßig übers ganze Jahr taucht, tut gut daran, während der ersten Tauchgänge im Urlaub die wichtigsten Tauchfertigkeiten zu üben: Maske leeren, Automaten fischen, tarieren, Unterwasserverständigung etc. Besser noch ist es, sich vor der Abreise zusammen mit einem erfahrenen Taucher, einer bestandenen Taucherin im heimischen Hallenbad oder Freigewässer alles wieder in Erinnerung zu rufen.
Verhalten bei einem Tauchunfall
Zu einer seriösen Tauchgangsplanung gehört es, sich ein paar Gedanken zu machen, was zu tun ist, wenn etwas passiert. Dieses Notfall-Management verläuft in vier Schritten:
- Verunfallte an Land bringen
Ereignet sich der Notfall unter Wasser ist rasches, aber überlegtes Handeln angesagt: Die verunglückte Person muß an die Wasseroberfläche, wobei aber die empfohlene Ausstiegsgeschwindigkeit und allfällige Deko-Stopps eingehalten werden müssen. Sonst gibt es plötzlich zwei Verunfallte und keinen Retter mehr. Auf Sicherheitsstopps kann jedoch verzichtet werden. Während der oder die Verunfallte an der Oberfläche an Land gebracht wird, sollte er oder sie wenn nötig und möglich mit dem Schnorchel beatmet werden.
- Erste Hilfemassnahmen einleiten
An Land die für den Zustand des oder der Verunglückten adäquate Erste Hilfe-Massnahme vornehmen. Herzmassage bei fehlenden Puls, Beatmung bei Atemstillstand, Seitenlagerung bei Ohnmacht, Sauerstoffabgabe bei Anzeichen von Dekompressionskrankheiten oder Lungenbarotraumen.
- Notfallkette alarmieren
Mit dem Anruf der Rettungsflugwacht wird die Notfallkette weltweit in Gang gesetzt. Nebst dem eigenen Namen (Melde-Person) und dem Ort des Unfalls (meist reicht die Angabe des Tauchplatz-Namens) unbedingt vermerken, daß es sich um einen Tauchunfall handelt. Dann verbindet die Rega weiter zu einem Arzt vom Divers Alert Network oder benachrichtigt diesen. Damit die Retter den Unfallplatz schnell finden, sollte an der Zufahrt ein Einweiser postiert werden.
- Erste Hilfe weiterführen
Die Erste Hilfe-Massnahmen müssen bis zum Eintreffen der Rettung weiter geführt werden.
- Vor einem Tauchgang sollte deshalb folgendes klar sein und vorbereitet werden
- Name und Ort des Tauchplatzes in Erfahrung bringen, um ihn der Rettung mitteilen zu können
- Notfall-Nummer in Erinnerung rufen
- Standort des nächsten Telefon ermitteln (auch an Kleingeld dafür denken!)
- Wo kann Hilfe für die Erste Hilfe organisiert werden (andere Taucher am Platz, Nachbarn etc.)
- Sauerstoffflasche und Zubehör bereit legen
- Mental darauf vorbereiten, daß ein Unfall passieren kann und man dann kühl reagieren muß
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